Hemden & Wämser im Mittelalter

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Hemden & Wämser im Mittelalter

Das Mittelalter – Epoche voller Gegensätze

Das Mittelalter verbinden wir gerne mit verschiedensten Mythen und Sagen, welche von Grausamkeiten, wie Hexenverfolgung, brennenden Scheiterhaufen
und Inquisition berichten. Aber war diese Zeit nur so dunkel und grausam? Ganz bestimmt nicht! Wenn wir an das Mittelalter denken, dann ist es auch
verbunden mit einem bunten Treiben auf den Märkten, mit quirligen Gauklern, romantischem Lautenspielern sowie Bauern und Händlern, welche ihre Waren
feil boten. Es ist auch geprägt von der Vielschichtigkeit der Bekleidung – der farbenprächtigen Gewänder der adligen Oberschicht und der einfachen, meist
braunen oder naturfarbenen Kleidung der Bauern und Handwerker. Auch in unserer heutigen Zeit übt das Mittelalter, mit seinen Rittern und Knappen, eine
unwiderstehliche Faszination aus. Besonders Fans mittelalterlicher Sitten und Gebräuche sowie die unterschiedlichsten living history Gruppen lassen die Epochen der Spätantike bis hin zum späten Mittelalter in Spielen und Festen immer wieder lebendig werden. Dabei ist die entsprechende Ausgestaltung und
Bekleidung im re-enactment unerlässlich.

Kleidung und Mode im Mittelalter – Ausdruck von Stand und Ansehen

Wie auch heute, musste die Kleidung im Mittelalter die Menschen vor den verschiedensten Witterungseinflüssen schützen. Daher trug man auch im
Sommer leichte und im Winter derbe und wärmende Kleidungsstücke, oft auch mehrere Schichten übereinander. Kleidung diente aber nicht nur dem
Schutz – an der Kleidung konnte der soziale Status des Trägers abgelesen werden. Man konnte also sofort erkennen, ob jemand arm oder reich war,
ob er dem Adel oder dem einfachen Volk angehörte. Aber auch innerhalb der einzelnen Stände gab die Kleidung Rückschluss auf den Rang der jeweiligen Person. Ursächlich bezogen sich die Kleidungsunterschiede nur auf das verwendete Material und Zubehör, um den Unterschied zwischen einfachen
Menschen und der wohlhabenden Schicht der Bevölkerung zu erkennen. Im Laufe der Zeit und der Entwicklung änderte sich das aber sehr. Es spielten
zunehmend Farben, Vielfältigkeit der Stoffe und unterschiedliche Schnitte eine große Rolle. So wurde bisher, unabhängig vom Stand, hauptsächlich
Wolle und Leinen für die Kleidungsstücke genutzt. Allgemein wurde Leinen für die Unterwäsche und Wolle zur Oberbekleidung benutzt. Hochgestellte
Persönlichkeiten konnten sich wertvollere Stoffe, wie Baumwolle, Hanf, Seide Barchent und Brokat leisten leisten. Erst im 14. Jahrhundert erweiterte Samt
die Palette der Kleiderstoffe. Diese wurden aber auch teilweise aus dem Orient eingeführt. Genau wie in der heutigen Zeit unterlagen die Kleiderschnitte dem
Zeitgeschmack – der Mode. So kleidete sich der Adel, über eine große Zeit der Geschichte, mit Tunika artigen Röcken, enge Beinkleider und Mäntel. Kleider
waren in „höfischer“ Art gearbeitet. Bei der bäuerlichen und handwerklichen Schicht der Bevölkerung waren es einfache Kleider und Kittel (Hemden).

Mittelalter Hemden – historisch korrekt und wieder aktuell

Das Hemd eines Mannes wurde hauptsächlich aus Leinen oder Wolle gefertigt. Je nach Stand auch aus Baumwolle oder Seide. Bei einem Männerhemd sollte
die Öffnung zum Anziehen des Hemdes nicht zu groß geschnitten sein, da es sonst mit einem Frauenhemd verwechselt werden konnte. Ein zu tiefer Ausschnitt
bei einem Männerhemd galt als anstößig, wenn man seine Brustwarzen sehen konnte. Man nannte es dann „Scheidungshemd“, weil sich die Frau deswegen
scheiden lassen konnten, frei nach dem Motto „ ja, so war'n die alten Rittersleut“. Im Ritterladen - Online Shop findest Du eine große Auswahl an hochwertigen,
im re-enactment gefertigten, Hemden für Deinen individuellen Geschmack und Gebrauch. Ein vielseitiges, buntes Spektrum an unterschiedlichsten Mittelalter
Hemden lässt die Entscheidung schwerfallen. In reicher Auswahl stehen leichte, auch ärmellose Sommerhemden, sowie auch derbe warme Winterhemden zum
Kauf bereit. So kannst Du beispielsweise Hemden mit Schnürung, Landsknecht Hemden, Bauern Hemden, einfache Mittelalter Hemden und dicke Hemden erwer-
ben.Aber auch feinere Biesen- und Rüschen Hemden sowie ein besonderes, zweifarbiges Modell eines Gambeson mit abnehmbaren Ärmeln stehen zur Verfügung.
Die Modelle sind

  • aus 100% Baumwolle oder Wollfilzmaterial
  • sorgfältigst verarbeitet
  • aus langlebiger Qualität
  • mit pflanzlichen Farben eingefärbt
  • in verschiedenen Größen

Wissenswertes über Kleiderfarben im Mittelalter

Die Farbgebung der Kleidung im Mittelalter war von großer Bedeutung. Auch Farben waren ein sehr wichtiges Kriterium, um verschiedene Standesunterschiede
sichtbar zu machen. Die mittelalterlichen Farben waren alle natürlichen Ursprunges. Walnüsse, Waid, Indigo, Safran und die Purpurschnecke waren Naturmate-
rialien zur Herstellung von Farben. Die Menschen von niedrigem Stand stellten ihre Stoffe, wie Leinen und Wollstoffe, selbst her. So ergaben sich naturfarbene
Nuancen ganz von selbst. Ansonsten war die Kleidung braun. Die Farbe hierfür konnte ganz einfach aus Walnüssen gewonnen werden. Aber auch Grüntöne waren
begehrt. Grün galt als Farbe der Liebe und der Hoffnung. Anders aber der Adel. Er konnte sich die teureren Farben leisten. Ganz besonders begehrt war das Blau.
Es erinnerte an den Himmel, galt als Farbe der Keuschheit und der Treue. Die reichere Klientel konnte sich das wertvollere Indigoblau leisten, während der
Mittelstand sich mit dem billigeren Waidblau begnügen musste. Helles Gelb kennzeichnete Prostituierte. Kräftiges Sonnengelb, welches aus Safran gewon-
nen wurde, war der reichen Schicht vorbehalten. Rot galt als Farbe des Blutes und der Auferstehung, aber auch gleichzeitig wurde es mit dem Satan in Ver-
bindung gebracht,was auch oft das schreckliche Ende von rothaarigen Frauen bedeutete. Purpurrot dagegen war das Edelste und war nur den allerhöchsten
Kreisen, wie Königen und Klerus, vorbehalten. Weiß und Schwarz galten im Mittelalter, genau wie heute noch, als Symbol der Unschuld und der Trauer.