Kettenhemden und Zubehör

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Das Kettenhemd - Die weit verbreitetste Rüstung der Antike und des Mittelalters

Das Kettenhemd besticht nicht nur durch seine schlichte Schönheit, die die vielen aufgereihten Eisenringe wie zu einem metallisch glänzenden Ornament am Körper des Kriegers, Legionärs oder Ritter der Vergangenheit kombinieren. Sondern es handelt sich bei dem Kettenhemd auch um das am weitesten verbreitete Kleidungsstück des Krieges mit einem effektiven Schutz gegen gegnerische Angriffe durch den Feind. Seine martialische Optik steht wie kaum ein anderes Kleidungstück für das Mittelalter und spiegelt die Furcht vor feindlichen Angriffen in dieser kriegerischen Zeit wider. In unserem Shop kannst Du Dir diese bewegliche Rüstung originalgetreu nachbauen, indem Du die Kettenringe nach Originalvorbildern mit originalgetreuen Werkzeugen zusammenfügst oder als bereits fertiges Kettenhemd erstehen kannst.

Ein effektiver Schutz für den Krieger der Vergangenheit

Das Kettenhemd war ein effektiver Schutz vor Schnitt-, Hieb- und Stichverletzungen für Krieger vom Ende der Eisenzeit über die ganze Antike und das Mittelalter bis in die Neuzeit. Seine Vorteile im Kampfgeschehen, die einen besonders guten Schutz vor Schnittverletzungen versprachen, machten das Kettenhemd zu einem begehrten Teil einer Kampfrüstung. Da das Kettenhemd zudem aus Metallringen bestand, die entweder feuergeschweißt, vernietet oder ineinander verflochten waren, ermöglichte es dem Träger trotzdem eine recht große Bewegungsfreiheit, die ihm im Kampf weniger behinderte als starre Rüstungen. Die aufwendige Herstellung allerdings machte das Kettenhemd zu einem teuren Produkt und ließ seine Begehrtheit weiter steigern. Wie bei allen Rüstungen ist auch seine psychologische Wirkung nicht zu unterschätzen: Gegen einen Feind mit schlechterer Rüstung lässt sich furchtloser kämpfen, ebenso weiß der Gegner um seinen Nachteil und wird schneller zur Flucht neigen, sollten sich erste Verluste der eigenen Truppe einstellen.

Die Geschichte des Kettenhemdes

Über die Entstehungsgeschichte des Kettenhemdes weiß man nichts Genaues. Man fand erste Bruchstücke von einfachen Kettenhemden in Gräbern von Kelten aus dem achten vorchristlichen Jahrhundert. Ab dem vierten oder dritten vorchristlichen Jahrhundert übernahmen wohl auch die Römer das Kettenhemd von ihrem nördlichen Nachbarn. Da ab diesem Zeitpunkt die römische Expansion begann, wird das Kettenhemd wohl ein wichtiger Faktor bei der Überlegenheit der römischen Truppen gewesen sein. Das Kettenhemd verlor erst mit der römischen Erfindung des Schienenpanzers etwas an Bedeutung, denn jener war leichter und schützte besser vor Stichen und Hieben. Da das Kettenhemd aber haltbarer war, gewann es mit dem Niedergang des römischen Reiches wieder an Bedeutung und wurde in der Spätantike und im Mittelalter wieder zum wichtigsten defensiven Rüstungsgegenstand, den man am Körper tragen konnte. Seine Schutzfunktion wurde verbesserte und seine Widerstandsfähigkeit gegen Fern- und Stichwaffen durch unterliegende Wamse verstärkt. Man kombinierte Kettenhemden auch mit verschiedenen Metallplatten und nutzte sie vor allem für die beweglichen Körperstellen. Letztendlich blieb das Kettenhemd in seiner Herstellung sehr teuer und war nur für wenige erschwinglich. Die große Masse an Kämpfern, die immer weniger aus Adligen bestand, konnte sich im Mittelalter daher kaum Kettenhemden leisten. Mit dem Verschwinden der Rüstung verlor auch das Kettenhemd im 17. Jahrhundert an Bedeutung, da es nichts mehr gegen die Kugeln der ersten Gewehre und Kanonen auszurichten vermochten.

Die Herstellung eines Kettenhemdes

Die Herstellung von Kettenhemden war schon immer ein aufwendiges und teures Unterfangen. Mehrere tausend Ringe musste allein für ein Kettenhemd angefertigt werden, ohne dass moderne Fertigungsverfahren für lange Metalldrähte oder Ringe bestanden. Waren diese Ringe einmal hergestellt, aus Metalldrähten gebogen oder gestanzt, mussten diese mühevoll und zeitintensiv ineinander verflochten, verschweißt oder vernietet werden. Meist wurden die Ringe horizontal miteinander verbunden, bei den Römer und Griechen wohl aber vertikal. Ein Kettenhemd ohne Ärmel und hüftlang kommt so auf bis zu 15 kg an Gewicht; mit Ärmeln, Panzerverstärkungen und knielang können es gern bis zu 40 kg werden.

Soviel Aufwand muss allerdings heute nicht mehr sein, deswegen kannst Du bei uns zumindest die originalgetreuen Ringe und Werkzeuge erstehen. Beim Zusammenfügen kannst Du dich an historischen Vorbildern orientieren und so das Mittelalter ein Stück weit in die Gegenwart holen. Beim Reenactment mittelalterlichen oder antiker Schlachten ist das Kettenhemd ebenso unverzichtbar wie beim Live Action Role Playing (LARP), das sich ebenfalls mit dieser Thematik beschäftigt. Natürlich ist so ein Kettenhemd auch ein schönes Ausstellungstück für den in das Mittelalter vernarrten Hobbyhistoriker oder Bastler, der es in seinem eigenen Heim ausstellen möchte.