Pergament-Papier im Mittelalter

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Eine Haut mit Vergangenheit

Die Geschichte der Schrift ist über viele Jahrtausende so abwechslungsreich und bunt, wie die Beschreibungsmaterialien, welche dazu benötigt wurden. So war auch das Pergament das wohl am meisten benutze Schriftmaterial des Mittelalters. Pergament ist ein Stück Historie! Wenn Du ein Fan des Mittelalters, in Living History Gruppen oder im Re-enactment, deine Freizeit als Akteur bei der Nachstellung historischer Ereignisse oder Lebensgewohnheiten des Mittelalters verbringst, dann sind die historisch genau nachgearbeiteten Pergamente - aus echter Tierhaut ? für Dich unverzichtbar.

Das Pergament - Relikt längst vergangener Epochen

Pergament ist eine Tierhaut. Durch verschiedenartige Bearbeitung wurde sie als Beschreibungsmaterial nutzbar gemacht. Die Bezeichnung Pergament leitet sich von dem an der Westküste der Türkei liegenden Pergamon (heute Bergama) ab. Membrana pergamena leitet sich aus dem Griechischen ab und lässt sich als ?pergamenische Häute? übersetzen.

In einer schriftlichen Überlieferung wird berichtet, dass der ägyptische König Ptolomaios seine Bibliothek vergrößern wollte und deshalb die Ausfuhr von Papyrus nach Pergamon untersagte. Daher, so wurde berichtet, erfanden die Menschen von Pergamon das Pergament. Heute ist die Meinung vertreten, dass Pergament schon bekannt war und in Pergamon lediglich die Qualität des Schriftmittels verbessert wurde.

Pergament ? Herstellung und Eigenschaften

Die sehr aufwändige und teure Herstellung von Pergament wurde von den Ägyptern entwickelt und ist bereits seit 200 v.u.Z. bekannt. Pergament muss nicht wie Leder gegerbt werden. Dadurch bleibt eine gewisse Durchsichtigkeit erhalten. Als Grundmaterial für die Herstellung wird ? wie schon erwähnt ? Tierhaut benutzt, wie zum Beispiel Schaf, Ziege und Kalb. Durch gutes Abschaben der Haut wird eine erste Glättung erzielt. Danach werden die bearbeiteten Häute mehrere Wochen in Kalklauge gebeizt, was das folgende Abschaben des unteren Bindegewebes und der verbliebenen Haare mit Hilfe eines sichelförmigen Schabeisens stark erleichterte. Während des folgenden Trockenvorganges in einem Rahmen - unter großer Spannung ? richteten sich die Fasern aus und das Pergament erhielt so die bekannte Festigkeit und Steife. Noch vorhandene Unebenheiten wurden mit einem Bimsstein und Kreide nachgeschliffen. In Deutschland wurde Pergament als Beschreibungsmaterial bis in das 15. Jahrhundert noch verwendet. Seine berühmte Bibel druckte Gutenberg zum Teil auch auf Pergament. Wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit ? auf Pergament verewigt ? können wir heute noch in Klöstern und Museen bewundern.

Die im Shop angebotenen Pergamentbögen sind ausgefallen, eindrucksvoll und besonders dekorativ. Jedes Produkt ist ein Unikat und deshalb ein Qualitätsmerkmal. Die unterschiedlichen Angebote gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Alle Produkte sind aus echter Tierhaut gefertigt (Ziege und Schaf). Sie sind:

  • Pergament ist sehr langlebig
  • gut beschreibbar mit einer Feder oder Schilfrohr
  • Die Oberfläche ist fein geschliffen

Den Gestaltungsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt, da sich alle Schriftmaterialien, wie Tinte, Wasserfarben, Acrylfarben und Filzstifte bestens eignen.

Arten von Pergament und deren Unterschiede

Die Größe eines Pergament-Blattes war abhängig von der Größe des jeweiligen Tieres. Außer den bekannten Tieren, wie Schaf, Ziege und Kalb, wurde aber auch Pergament aus Pferdeund Kuhhaut hergestellt.
Im frühen Mittelalter zeichneten sich große Unterschiede zwischen den aus südlichen (Italien, Spanien, Südfrankreich) und aus den nördlichen (Deutschland, England, Nordfrankreich) Gebieten stammenden Produkte ab. Die Unterschiede wurden durch verschiedenartige Bearbeitungsmethoden und den daraus resultierenden Ergebnissen sichtbar.

Einsatz und Nutzung von Pergament im Mittelalter

Da die Iren und die Angelsachsen ihr Pergament von beiden Seiten kräftig aufgeraut haben, eignete es sich nicht so gut zum Beschreiben. Da es sehr undurchsichtig war, ließ es sich gut zum Bemalen prachtvoller Bücher und Handschriften einsetzen. Die einfach beschriebenen Seiten bestanden aus dem wesentlich dünnerem Material, auch Schafspergament genannt. Für die besonders prunkvolle Ausgestaltung äußerst wichtiger Schriften oder auch Urkunden, wurde mit Purpur durchtränktes Pergament benutzt. Im späten Mittelalter wurde das Pergament - aus Italien kommend ? mit einem Aufguss aus Kreide weiß gefärbt, was als kalzieren bezeichnet wurde.

Damit das wertvolle Pergament auch mehrfach verwendet werden konnte, kam es zur sogenannten Palimsesis. Hierbei wurde der nicht mehr erwünschte Text durch Abschaben und Abwaschen entfernt und das Blatt neu geglättet. Im Ergebnis konnte der aktuelle Text auf die freien Stellen oder Seiten aufgetragen werden.
In der heutigen Zeit zeigt sich uns Pergament oft in wertigen Buchumschlägen oder Einladungs- bzw. Glückwunschkarten.