Lesen & Schreiben im Mittelalter

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Schul-Bildung in Mittelalter - ein Privileg der Reichen und Adeligen

Wer im Mittelalter Wert auf Bildung legte, der konnte nicht einfach eine öffentliche Schule besuchen und der Grund dafür ist ziemlich banal: es gab nämlich keine öffentlichen Schulen oder überhaupt ein Schulsystem, welches vorsah, der breiten Bevölkerung den Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen.

Wolltest Du im Mittelalter die Schule besuchen, so kamen ausschließlich Domschulen und Klosterschulen für Dich in Frage. Doch dies war natürlich kostenintensiv, ergo musstest Du entweder das Kind eines gut betuchten Bürgers oder Kaufmannes sein oder dem Adelsstand angehören, um Dir das Schulgeld leisten zu können. Als Angehöriger des armen Bauernstandes oder als unfreier Leibeigener, hattest Du praktisch keine Chance auf eine Schulbildung. Die einzige Möglichkeit für Kinder aus armen Elternhäusern einen Schritt in Richtung schulische Ausbildung zu machen bestand darin, sich durch besondere geistige Fähigkeiten hervorzutun, denn hin und wieder gab es gut situierte Bürger oder Adelige, die ein hochbegabtes Kind erkannten und dementsprechend förderten.

Die Unterrichtsfächer in einer mittelalterlichen Schule

Ganz anders als heute, stand für Dich als Schüler im Mittelalter der Glaube im Vordergrund. Rund um Religion und Gottesfürchtigkeit wurde der Unterricht aufgebaut und als mittelalterlicher Schüler musstest Du ganze Textpassagen mit Feder und Tinte aus der Bibel abschreiben und mühsam bei Kerzenlicht bis in die Nacht hinein die Legenden der Heiligen auswendig lernen. Doch da Schulbildung im Mittelalter etwas ganz besonderes war, strengtest Du Dich an, nahmst alle Mühen auf Dich und hattest bald in den üblichen Fächern die Grundkenntnisse erlangt. Nun ging es daran, diese im Zuge der höheren Bildung auszubauen und zu festigen.
Die Fächer, mit denen Deine Schulbildung im Mittelalter startete, waren üblicherweise

  • Lesen
  • Schreiben
  • Rechnen
  • Singen

Mit Fleiß und Disziplin konntest Du in diesen Fächern bald genügend Grundkenntnisse aufweisen und so wurde die Bandbreite an Unterrichtsfächern um folgende Bereiche erweitert:

  • Grammatik
  • Rhetorik
  • Dialektik

Das sogenannte Trivium konntest Du auch noch um die Zahlenlehre ( Arithmetik ), Musik, Geometrie und Astronomie erweitern und wurdest somit zum Schüler der "Septem artes liberales" - der sieben freien Künste. Die sieben Unterrichtsfächer bildeten von der Antike bis in die Neuzeit hinein die Basis schulische Ausbildung und wurden natürlich auch im Mittelalter dementsprechend favorisiert.

Der Schulalltag im Mittelalter

Interaktiven Unterricht, Lerngruppen und die selbstständige Arbeit an Projekten waren im Mittelalter leider kein Bestandteil Deines Stundenplans. Von Dir wurde nicht erwartet, eigenständig Verbindungen herzustellen und Lösungen zu finden, vielmehr musstest Du Dich mehrere Stunden am Tag mit dem Auswendiglernen von Texten beschäftigen. Auch das Übersetzen aus dem Lateinischen war eine beliebte Lernmethode und bald schon konntest Du Cäsars "De bello Gallico" oder die philosophischen Reden von Cicero im Schlaf aufsagen.

Doch so mühsam das auch alles erschien, wer zu den wenigen Glücklichen gehörte, die lernen durften, der durfte sich nicht beklagen. Den Kindern armer Leute blieben die Türen der Dom- und Klosterschulen verschlossen und als Mädchen erhielt man im Mittelalter nur Zugang zu Latein, Rechnen und Co. wenn man den Schleier nahm. Als Nonne hinter dicken Klostermauern konnte man reichlich Wissen um die alten Schriften und die Grundlagen der lateinischen Sprache erwerben, doch anwenden konnte man als Nonne freilich kaum etwas davon. Daher wurde auch überwiegend auf praktische Unterrichtsfächer wie Nähen, Sticken und Singen gesetzt.

Die Unterrichtsmaterialien

Ringordner, Tintenkiller und Taschenrechner? Fehlanzeige! Der Schüler im Mittelalter hatte ganz andere Schreibutensilien als es heute üblich ist. Dies fängt schon beim Schreiben an. Für die Kalligraphie - zu Deutsch Schönschrift - musstest Du als als wissbegieriger Jugendlicher eine Feder, Tinte und ein Stück Pergament zur Hand nehmen. Der Vorgang des Eintauchens der Feder ins Tintenfass und der Federführung auf der Pergamentrolle musste möglichst gewissenhaft von statten gehen - Prügelstrafen bei Fehlern oder unrühmlichem Verhalten waren nämlich der Usus mit dem der Schüler vom mittelalterlichen Lehrer gezüchtigt wurde. Für die kurze Rechnung zwischendurch konntest Du auf die Wachstafel zurückgreifen und warst Du fertig mit Deiner Zwischenrechnung oder Deinen Notizen, so ließ sich das Wachs ganz einfach wieder glätten und war bereit für seinen nächsten Einsatz.

In unserem Shop kannst Du all die Dinge erwerben, die für einen Schüler im Mittelalter unabdingbar waren. Probiere das Schreiben mit Feder und Tinte aus oder löse komplizierte Rechenaufgaben mit Hilfe von Rechenbrett und Marmorsteinen und lass Dich begeistern vom Zauber der alten Zeit, als Kerzenlicht und Gallustinte in jedem guten Studierzimmer zu finden waren.