Torques und das Mittelalter

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Der Armreif

Die Zahl der Fans, welche sich der Epochen des Mittelalters als ihrem Hobby verschrieben haben, vergrößert sich zunehmend mehr und mehr. So werden von living history Gruppen und re-enactment mittelalterliche Feste und Märkte mit viel Begeisterung und Engagement der teilnehmenden Akteure so authentisch wie möglich nachgestaltet. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich hierbei Schaukämpfe und Lebensgestaltung der Kelten, Römer und Ritter sowie natürlich der Wikinger. Der Name „Wikinger leitet sich wahrscheinlich vom altnordischen „vikingr – rauben,plündern“ ab. Aber auch die Bezeichnung „vicus -fahrende Männer“ wird der Namensgebung zu Grunde gelegt. Mit den Wikingern verbindet sich Furcht und Schrecken sowie gespenstische Angst der Menschen in dieser Zeit vor den raubenden und plündernden „Barbaren“ aus dem Norden. Niemand wusste eigentlich genau, woher diese wilden, brandschatzenden Gesellen kamen. Die Wikinger gehörten keinem bestimmten, einheitlichen Volksstamm an. Sie fanden sich aus Schweden, Norwegen und Dänemark zu einem Interessen Verbund zusammen, um gemeinsam
in Mittel- und Südeuropa Reichtum durch Plünderungen, später auch durch Handel mit wertvollen Gütern, wie Bernstein, Edelmetalle, Seide und Brokat sowie Gewürzen anzuhäufen.

Gold- und Silberschmuck – Symbole von Stand und Rang

Der Reichtum der Wikinger wurde, genau wie bei anderen Volksstämmen, mit wertvollem Schmuck zur Schau gestellt. Am Umfang und Wert des getragenen Schmuckes ließ sich schnell feststellen, wie reich und daher auch mächtig die jeweiligen Besitzer waren. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden unter anderem Halsreifen – sogenannte Torques – zu Tage gefördert, welche zum Teil mehr als ein Kilogramm wogen. Der Schmuck war oft sehr aufwändig gestaltet. Funde von den sogenannten Silberhorten der Wikinger belegen den großen Reichtum. Silberhorte waren Teile und Reste von Silberschmuck der Wikinger, welche aus gehorteten Münzen, Barren und dem sogenannten „Hacksilber“ bestanden. Schmuck galt bei den alten Wikingern nicht nur als Statussymbol, sondern war auch als
„Notgroschen“ oder ganz normal als Zahlungsmittel gedacht. So wurde ein Betrag entrichtet, indem man von einem Halsreifen einfach ein Stück abhackte, es abwog und und damit die eingeforderte Summe beglich. Solche Horte waren also Depots der Wikingerzeit, welche durch Plünderungen, Lösegeld und Handel – auch Sklavenhandel – angelegt werden konnten.

Der Torques – Schmuckstück des Altertums

Der Torques – ein Halsreif und Schmuckstück, welches ursächlich nicht nur ausschließlich als keltischer Schmuck aus der Latenezeit bekannt ist. Ein Torques war über viele Epochen sehr beliebt und begehrt. Solch ein Halsreif ist nach vorn geöffnet. Sein Name geht auf das lateinische „torquere“,was soviel wie „drehen“ bedeutet, zurück. Solche gedrehte Reifen waren bereits in der Bronzezeit und in der Antike weit verbreitet. Außer bei Kelten, Griechen und Römern waren sie auch den Persern, Germanen und Wikingern sehr beliebtes Utensil. Bei Ausgrabungen wurden diese Schmuckstücke häufig und in relativ großer Anzahl immer wieder
gefunden, was auch die jeweilige Zuordnung zu den verschiedenen Epochen sehr erleichterte. Das Material dieser Torques bestand meist aus Bronze, Silber und auch Gold. Genau wie bei anderen Schmuckstücken gab das Material und auch die Wertigkeit der Verarbeitung Rückschluss auf den gesellschaftlichen Rang des Trägers. Meistens jedoch wurden diese Halsreifen aus Bronze gefertigt. Die Verarbeitung war sehr verschieden. So wurden solche Schmuckstücke aus einfachem,
dünnen Draht gefunden, genau wie derbe und schwere Ausführungen.


Die Gestaltung reichte von einfach glatt, über gedreht bis hin zu ganz außergewöhnlichen Gestaltungsmerkmalen. So wurden die beiden offenen Enden gerne mit filigran ausgearbeiteten und detailgetreu gestalteten Köpfen von Tieren oder Motiven der Antike versehen. Wendelringe waren aus der Bronzezeit bekannt. Die Kelten bevorzugten sogenannte Puffer an den Torques. Die Halsreifen der Germanen und Wikinger waren meistens aus Bronze gefertigt, allerdings war Silber auch ein
sehr beliebtes Material, da es, wie bereits erwähnt, als sogenanntes Hacksilber genutzt wurde. Halsreifen der Wikinger waren oftmals gedreht oder auch geflochten. Die Enden der Reifen hatten vielfach einen Haken und eine Öse. Die Geschichte um den Torques ist sehr vielschichtig und interessant. So ist es nicht verwunderlich, dass solche geschichtsträchtigen Schmuckstücke beliebtes Beiwerk auf historischen Festivals und mittelalterlichen Events ein absolut unverzichtbares Detail sind. Aber auch als modisches Accessoires – beispielsweise zu einem Bikeroutfit – werden Torques immer beliebter. Der Online-Shop bietet hierzu eine umfangreiche Auswahl unterschiedlichster Modelle in Material und Verarbeitung an. Alle Stücke sind in liebevoller Handarbeit den Originalen nachempfunden. Die Repliken der Torques sind authentisch und werden in allerbester Qualität angeboten. Mit solch einem ausgefallenem Schmuckstück wirst du auf History Festen, oder mit der Untermalung Deines ganz individuellen Kleidungsstiles, immer im Blickpunkt stehen.

Torques - „Orden“ für Ruhm und Ehre

Als Siegestrophäen gelangten Torques in das antike Rom. Da die Römer großes Gefallen an diesen Halsreifen hatten, wurden sie sogar – an Stelle eines Ordens – an verdiente Soldaten der römischen Armee verliehen. Die Geschichte belegt auch, dass römische Kaiser mit solch einem Torques gekrönt wurden, was auf gefundenen Statuen dieser Zeit gut zu erkennen ist. Von Tacitus ist überliefert, dass die Chatten – ein germanischer Stamm - solche, allerdings eiserne, Halsreifen trugen. Sie kennzeichneten Sie als Krieger im Stamm.