Die Waffenröcke & Tuniken

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Der Waffenrock

Wenn Du bei einem mittelalterlichen Rollenspiel einen Waffenrock trägst, zeigst Du, wer Du bist. Waffenröcke werden auch als Waffen- und Wappenkleider bezeichnet und sie wurden von Rittern getragen. Zuerst wurde der Harnisch der Ritterrüstung angezogen, darüber der Waffenrock. Dieses mittelalterliche Gewand war erforderlich, um zu erkennen, ob es sich beim Gegenüber um einen Freund oder Feind handelte. Im Mittelalter wurden sowohl edle Ritter als auch Ordensritter und Stadtwachen mit Waffenröcken ausgestattet. Am Waffenkleid befand sich das Wappenbild, um Feinde schon von Weitem zu erkennen.

Die Waffenröcke der Oberschicht wurden aus feinen Stoffen gefertigt und häufig wurden diese verziert. Neben Stickereien wurde auch verbrämter Pelz angebracht und zahlreiche Modelle wurden in den Farben des jeweiligen Wappens bemalt.
Rittern hatten die Ehre, Waffenröcke zu tragen, für Knappen war dieses Kleidungsstück verboten.

Entwicklung der Waffenröcke

Wissenschaftler vermuten, dass Ritter Wappenröcke ab 1250 vermehrt trugen. Zur Zeit der Kreuzzüge entdeckte man, dass Waffenröcke davor schützten, dass sich die Kettenpanzer zu sehr aufheizten. Somit handelte es sich anfänglich um einen einfachen, einfarbigen Sonnenschutz.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden Modelle hergestellt, die nicht nur einfarbig waren und zum Teil wurde die mittelalterliche Bewandung sogar mit den jeweiligen Farben und Wappenzeichen des Ritters verziert. Im Mittelalter waren die Methoden begrenzt, Leinen zu färben. Daher fertigte man die farbigen Modelle aus Seide und Wolle an und fütterte diese mit Leinen. Mit den eingefärbten Wappenröcken zeigten die Ritter, welchem Orden oder Klan sie angehörten. Die Grundfarbe des Wappenkleides verriet die Zugehörigkeit zu einem Orden oder einer Gruppierung.

Die Tempelritter erkannte man sofort am hellen Waffenrock mit dem roten Tatzenkreuz während die Ritter des Deutschen Ordens ihre Waffenkleider mit einem schwarzen Tatzenkreuzen versahen. Wer ein rotes Waffenkleid mit weißem Kreuz trug, gehörte den Johannitern an.

Neben diesen Orden verwendeten zahlreiche Adelsfamilien, Ritterorden und andere Gruppierungen Waffenkleider in den jeweiligen Farben. Wer sich in der Öffentlichkeit in einem Waffenkleid mit Symbol oder Wappen zeigte, stellte seine Zugehörigkeit zur Schau.
Waffenröcke werden nicht nur aus Leinen und Wolle, sondern auch aus Baumwolle und Samt hergestellt. Wähle aus einer Vielzahl an verschiedenen Modellen, Materialien und Designs.

Die Tunika

Schon bei den Römern und Griechen erfreute sich die Tunika als Untergewand großer Beliebtheit. Das geschichtsträchtige Kleidungsstück wurde direkt auf dem Körper als Unterbekleidung getragen. Die einfache Bevölkerung musste einfache Tuniken aus Wolle in Grau- und Graublau tragen. Die Oberschicht ließ ihre edlen, häufig farbenfrohen Tuniken aufwendig schmücken. Die Tuniken der Geistlichen mussten schon im 13. Jahrhundert speziellen Regeln unterliegen. Hohe Geistliche hielten sich jedoch nicht immer daran, rote und grüne Stoffe für ihre Tuniken auszuwählen.

Die Tunika ist seit der Antike ein wahrer modischer Dauerbrenner. Bis zum Spätmittelalter verbreitete sich das historische Gewand in Europa. Anfänglich handelte es sich um ein Grundkleidungsstück, welches sowohl Männer als auch Frauen trugen. Im Laufe der Zeit veränderten sich die Schnitte und die Tunika wurde nicht mehr nur als Untergewand getragen. Das neue Obergewand zeigte anhand der Verzierungen und der Modelle sofort, welchem Stand der Mann oder die Frau angehörte.
Die Tuniken der Bauern waren ziemlich schlicht und kurz, damit sie kein Hindernis bei der Arbeit auf den Feldern darstellten.

Edelmänner wählten Tuniken aus Seide, die reichhaltig geschmückt waren. Oftmals verfügten sie über breite Borten, die aufwendig verziert waren.
Zahlreiche Modelle hatten am Ausschnitt des Halses einen mittigen Schlitz, damit das Hinein- und hinausschlüpfen leichter fiel. Der Schlitz am Halsausschnitt konnte mit einer Fibel verschlossen werden. Im Mittelalter war es üblich, die Tunika gegürtet zu tragen.
Wenn Du Dich für eine mittelalterliche Tunika entscheidest, kannst Du zwischen unterschiedlichen Materialien, Farben und Designs wählen. Es gibt Modelle mit langen und kurzen Ärmeln, Tuniken mit und ohne Schlitz am Halsausschnitt und eine Vielzahl an Designs.

Mit dem mittelalterlichen Obergewand ziehst Du die Blicke bei Rollenspielen und Mittelalter-Festen auf Dich.

Tunika heutzutage

Heute versteht man unter der Bezeichnung Tunika einen speziellen Modeschnitt für Damen.
Die moderne Tunika ist ein Oberteil, welches länger geschnitten ist und locker sitzt. Tuniken sind kürzer als Minikleider und sie werden mit Hosen oder Leggins kombiniert.